Dienstag, 26. März 2013

Heerdter Landstraße 40549

In Heerdt, direkt am Handweiser, befindet sich ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Die weltweit einzige Kirche, die in einem Hochbunker untergebracht ist. Die Kirchengemeinde St. Sakrament, der das Grundstück seit 1928 gehört, plante an dieser Stelle die Errichtung ihrer Pfarrkirche, konnte die Pläne aus Mangel an finanziellen Mitteln jedoch nicht umsetzen. 1940 eigneten sich die Nationalsozialisten dieses Grundstück widerrechtlich an und errichteten einen Luftschutzhochbunker mit dem Grundriss einer Kirche um so feindliche Bomberpiloten in die Irre zu führen. Über  2.300 Menschen fanden dort Zuflucht, einige, deren Wohnungen bereits komplett zerstört waren, wohnten sogar dauerhaft dort. Die unterirdisch gelegenen Räumlichkeiten sind noch erhalten und der Besucher bekommt einen beklemmenden Eindruck von den Umständen unter denen die Heerdter dort mit all ihrer Angst und Verzweiflung auf das Ende der nächsten Angriffswelle hofften.
Nach dem Krieg ging das Grundstück wieder in den Besitz der Gemeinde St. Sakrament zurück, deren Pfarrer Carl Klinkhammer die Umwandlung des Bunkers in eine Kirche vorantrieb. Im oberirdisch gelegenen Bereich wurden die Zwischendecken der einzelnen Etagen entfernt und Fenster in die 110cm dicken Seitenwände gesprengt. Bis heute feiert die Gemeinde hier ihre Gottesdienste, darüber hinaus dient die Bunkerkirche auch als Ausstellungsort. Weitere Bilder von meinem Besuch sind in diesem Album zu finden.

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