Samstag, 6. Oktober 2012

ISS Dome 40472


Düsseldorf war immer eine Eishockeystadt und deren Zentrum befand sich seit 1935 an der Brehmstraße. Dort wurden im Laufe der Jahre vermutlich mehr Wunderkerzen abgebrannt als im Rest der Stadt zusammen und die rot-gelbe Fan-Wand auf der Gegengeraden durfte vom russischen Nationaltrainer Tarassow unwidersprochen als "bestes Publikum der Welt" bezeichnet werden. Wirklich zeitgemäß war das Eisstadion aber schon länger nicht mehr. Kalt, zugig, unkomfortabel. All das kann man über den 2006 eröffneten ISS Dome sicher nicht sagen, man kann ihm aber vorwerfen, dass es sich bei ihm um einen seelenlosen Ort handelt, der sich in nichts von zahllosen anderen gesichtslosen Veranstaltungshallen unterscheidet, die seit Ende der 90er Jahre bundesweit errichtet wurden. Vom früheren Stammpublikum von ca. 10.000 Zuschauern ist nur noch knapp die Hälfte übrig geblieben und die DEG kämpft Jahr für Jahr ums wirtschaftliche Überleben. Die Konsequenz daraus ist, dass in der gerade angelaufenen Saison 2012/13 eine Billigtruppe auf dem Eis steht, die fehlende individuelle Qualitäten aber mit großem Einsatzwillen wettmacht und sich so in kürzester Zeit in die Herzen der Fans gespielt hat. Es wäre ihnen zu wünschen, dass das honoriert wird und demnächst wieder mehr Zuschauer den Weg ins Rather Neubaugebiet finden.

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